Decker

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Als Decker bezeichnet man technisch besonders versierte Nutzer von Cyberdecks mit Spezialwissen über Computersysteme und -netzwerke, die sich zudem illegal in der Matrix betätigen. Bei legal handelnden professionellen Matrixspezialisten spricht man von Sicherheitsdeckern. Mit der Verbreitung der Wireless Matrix nach dem Crash von 2064 war der Ausdruck zunächst außer Mode gekommen, da kaum noch Cyberdecks verwendet wurden. Man sprach stattdessen von Hackern. Seit 2075 und der Einführung von neuer Matrixtechnik, die den alten Cyberdeck-Formfaktor nachahmt und auch wieder so genannt wird, ist auch die Bezeichnung des Deckers in den Sprachgebrauch zurückgekehrt.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Begriff Decker, das Äquivalent des Hackers aus dem 20. Jahrhundert, leitet sich vom Cyberdeck oder Deck ab, das Decker für die Interaktion mit der VR-Matrix verwendet haben.

Geschichte

Ursprünge

Unter Matrix- oder eher Cyberspacespezialisten verstand man ursprünglich Personen, die sich mittels eines direkten neuralen Interface mit einem Computernetzwerk verbinden und effizient die Virtuelle Realität des Netzwerks manipulieren konnten. Die ersten "Decker" kamen daher aus den experimentellen Regierungsprogrammen, wie Echo Mirage. Der Crash von 2029, so zerstörerisch er auch war, erwies sich letztlich als grundlegend für die Entstehung der weltweiten Matrix. Mit der Infrastruktur des Internet teilweise vollständig zerstört, konnte sich der neue VR-Standard sehr schneller etablieren. Die Forschung, die den Kampf von Echo Mirage gegen den für den Crash verantwortlichen Virus begleitete, erwies sich als fruchtbare Grundlage für die Weiterentwicklung der ersten Cyberterminal-Prototypen.

Cyberterminal und Cyberdeck

Schon 2034 brachte Matrix Systems Portal heraus, ein Cyberterminal, das auf dem grauen Markt verfügbar war. Stetiger technologischer Fortschritt in den 2030ern und 2040ern machten Matrixtechnologie und Cyberterminals größeren Kreisen von Personen verfügbar. Immer mehr Privatpersonen erlangten Zugriff auf solche Systeme, darunter Veteranen verschiedener militärischer Cyberkommandos und ehemalige Konzern-Matrixspezialisten, aber auch eine Reihe von Organisationen, die weder Regierungen noch Konzernen angehörten, begannen in diesem Bereich Kapazitäten aufzubauen. Die Cyberterminals wurden von Anfang an auch modifiziert und an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Häufig wurden dabei Sicherheitsvorkehrungen umgangen, die das Gehirn des Anwenders schützen sollten, um so die Performance des Systems zu erhöhen. Die Einführung gesetzlicher Bestimmungen machte solche Modifikationen illegal. Die modifizierten Cyberterminals wurden Cyberdecks genannt, davon abgeleitet kam dann die Bezeichnung Decker auf.

Die ersten echten Decker waren private Matrixspezialisten, die außerhalb organisatorischer Rahmen operierten. Manche begannen als inoffizielle Mitarbeiter für Konzerne zu arbeiten und ähnlich wie der Rest der sich etablierenden Schatten, erwiesen sie sich als nützliche Werkzeuge, weil sie mit ihren Auftraggebern nicht in Verbindung zu bringen waren. Andere Decker ließen die Hacker-Gegenkultur des Internet wiederaufleben, so wurde der legendäre Denver Data Haven 2037 gegründet, und das Repositorium war nur ein einzelner, wenn gleich zentraler Knoten im Netzwerk einer wachsenden Schattenmatrix.

Der mobile Decker

Das Cyberterminal und mit ihm das Cyberdeck wurde kleiner und leichter und 2050 gingen Modelle der siebten Generation in Massenproduktion. Diese Terminals hatten Tastaturgröße und waren leicht transportierbar. Der Decker wurde mobil.

Shadowtalk Pfeil.png Dieser technische Forschritt hat einen Haufen Decker auf dem Gewissen. Viele wurden damals unvorsichtiger, weil sie dachten, nun könnten sie im Notfall einfach schnell vom Deckpoint verschwinden. Bei den Wenigsten ist diese Strategie aufgegangen.
Shadowtalk Pfeil.png Biberzahn
Shadowtalk Pfeil.png So sind die Schatten, Chummer. Die Besten überleben.
Shadowtalk Pfeil.png Schattenzar

Weiterer technischer Fortschritt im Verlaufe der 2050er machte dann implantierbare Cyberdecks verfügbar. Sogenannte CC oder C² Decks, wurden als Cyberware cranial implantiert, so dass der Decker kein externes Cyberdeck mehr brauchte.

Shadowtalk Pfeil.png Ah ja, ein Update- und Wartungsalptraum... Ich erspar euch die Geschichten.
Shadowtalk Pfeil.png Deckers of Old
Shadowtalk Pfeil.png Also ich hab damit keine Probs, hab nen guten Doc...
Shadowtalk Pfeil.png Blackhart

Zeit der Wunder

In den 2050ern begannen die Decker auch langsam zu begreifen, dass sie die weltweiten Netze nicht länger allein bewohnten. Geschichten über merkwürdige Geschehnisse und mysteriöse Erscheinungen in der Matrix hat es wahrscheinlich schon immer gegeben. Oft wurden diese aber durch die technische Instabilität der Systeme erklärt. Daraus resultierende Feeds wurden vom Gehirn des Deckers dann in unvorhergesehener Weise verarbeitet. Die psychotische oder sogar letale Wirkung bestimmter Signale war seit dem Wüten des Crash-Virus bekannt und die Konzerne hatten diese Wirkungen in Waffen verwandelt.

Was auch immer die wahre Natur der frühreren Erscheinungen gewesen war, nun tauchten in der Matrix plötzlich Wesen auf, die nicht nur unmöglich schienen, sondern auch Unmögliches vollbrachten. Die Otaku waren solche Geschöpfe. Diese Menschen und Metamenschen, meist noch Kinder höchstens aber Jugendliche, konnten sich mit der Matrix ohne die Verwendung eines Cyberdecks nur über das DNI verbinden. Sie bewegten sich in der Matrix als seien sie in ihr geboren worden und in gewisser Weise traf das wohl auch zu, denn die Quelle ihrer Fähigkeiten war eine mysteriöse Entität, die Tiefenresonanz, und die Begegnung mit ihr glich einer mystischen Wiedergeburt in der Matrix. Viel von dem, was die Otaku taten, schien wie Magie. Während das Wesen der Tiefenresonanz wohl selbst den Otaku nie enthüllt wurde, traten andere Matrixbewohner manchmal umso deutlicher in Erscheinung: die Künstlichen Intelligenzen. Allerdings blieben diese Ereignisse dem Großteil der Metamenschheit verborgen und auch für die meisten Decker war vieles davon eher dem Reich von Geschichten und Legenden zuzuordnen.

Shadowtalk Pfeil.png Ein Chummer von mir sagte damals immer, die Otaku und KIs wären das Ende der Matrix. Schätze, er hat recht behalten.
Shadowtalk Pfeil.png Deckers of Old

Der technische Fortschritt in der Darstellung der Virtuellen Realität der Matrix erreichte in den 2060ern seinen Höhepunkt. Und viele Orte der Matrix evolvierten in hyperreale Welten. Doch die Zeit der Wunder fand ein jähes Ende.

Der Crash und das vorläufige Ende des Deckers

Das Ende der Deckerlebensart kam, wie das Ende der Wired Matrix selbst, sehr unerwartet. Der Crash von 2064 zerstörte wie schon seiner Vorgänger einen großen Teil der Netzwerkinfrastruktur und schuf so Raum für die Wireless-Revolution. Zu den direkten Opfern des Crash zählten auch viele Decker, die sich zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs in der Matrix befunden hatten, andere verbrachten Jahre in psychiatrischen Anstalten, weil sie beim Ausloggen bereits schwer geschädigt waren. Ein Großteil der auf diese Weise geschädigten Decker aber verbrachte seine letzten Tage in einer zusammenbrechenden Welt als verrückter Squatter. Einige schließlich verloren in der Matrix im wahrsten Sinne des Wortes ihre Seele. Der "Decker" und die Art und Weise, wie man über Jahrzehnte in der Matrix operiert hatte, schienen mit den Verlorenen in der Geschichte verschwunden zu sein. Für die Matrixmanipulationen in der Augmented und Virtual Reality brauchte man kein Cyberterminal oder Cyberdeck mehr, nur einen Kommlink mit Sim-Modul. Der Decker wurde vom Hacker abgelöst.

Fähigkeiten

Slang
  • Bit-Brain
Beleidigung, "geistig zurückgeblieben"
  • Bit Jockey
Programmierer
  • Nullhead
abwertend für Person ohne Chip- oder Datenbuchse

Die Datenbuchse war das erste weit verbreitete Cyberimplantant und auch lange Zeit, von Prothesen vielleicht abgesehen, das einzig wirklich sozial akzeptierte. Dennoch unterschied sich der normale Matrixanwender deutlich von einem Decker. Neben der von ihm genutzten Hardware, die sich wieder und wieder verändert hat, sind es vorallem die Fähigkeiten und Kenntnisse eines Deckers, die ihn vom Normaluser absetzen. Decker verfügen über herausragende Programmierfähigkeiten und sind in der präzisen und reaktionsschnellen Manipulation der Matrix geschult. Oft besitzen sie Kenntnisse in Mikroelektronik und Optotronik, die sie verwenden, um ihre Hardware auf Höchstleitung zu tunen. Darüberhinaus kennen Decker die verborgenen Winkel des Netzes, die Schwachstellen der Systeme, in die sie eindringen wollen, und etliche Tricks, um sich aus widrigen Situationen zu befreien oder den Augen von GOD um die kritischen Sekunden zwischen Fehlschlag und Erfolg zu entgehen.

Ausrüstung

Decker sind auch durch ihre Hardware, den meisten Matrixnutzern überlegen. Früher verwendeten normale Nutzer meist ein Cyberterminal, wodurch sie träger in der Matrix waren. Auch der Kommlink ist der neuen Generation von Cyberdecks unterlegen. Das Cyberdeck eines Deckers ist nicht nur besser optimiert und von Überwachungselektronik und Kopierschutz-Systemen befreit, sondern es verwendet auch spezielle und nicht selten illegale Software. Die bessere Performance, die ein Decker aus seiner Hardware herausholt, kam aber schon immer um den Preis der höheren Exposition. Die enge Verbindung und die Natur seiner Matrixaktivitäten setzen das Gehirn des Deckers den Gefahren fremdinduzierter schädlicher Biofeedbacks aus, deren Auswirkungen von leichten Kopfschmerzen, über psychische Störungen und schwere Psychosen, bis zum Tod reichen können.

Aktivitäten

Decker, die in den Schatten tätig sind, beschäftigen sich vorallem mit Datendiebstahl, Manipulation der Sicherheitssysteme oder Sabotage, aber für viele ist die Matrix mehr als ein "Arbeitsplatz", für sie ist sie ihr Lebensraum. Und so tun Decker in der Matrix all das, was andere User auch tun, nur intensiver; darüberhinaus Dinge, die sonst niemandem in den Sinn kommen. Sie veranstalten Matrixduelle, machen Wettbewerbe daraus Systeme lahm zu legen oder zu verunstalten und zwar einfach, weil sie es können. Und sie erforschten die Weiten der Matrix mit ihren vielen mysteriösen Orten und Geheimnissen.

Persönlichkeiten

Shadowtalk Pfeil.png Es gibt Zeiten, in denen ist man auf Hilfe von außerhalb angewiesen. Nicht immer ist Gott zu sprechen, oder eine ähnliche Intelligenz. In solchen Fällen empfiehlt sich der Gang in die Matrix, um dort Freunde, Bekannte, andere Runner oder aber auch Matrixhelden zu treffen und um Rat zu erbitten. Hier sollen Ihre Namen erscheinen, die die nie erkannt werden wollen, für immer in der Matrix spuken, als Legenden, als moderne Mythen.
Shadowtalk Pfeil.png Schattenphilosoph


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